
Warum machen wir das?
Zunächst einmal sind wir schwerst verliebt in das Haus, in dem wir leben. Das hat auch damit zu tun, dass wir bereits gemeinschaftlich zusammen leben und immer wieder nach neuen Formen und Wegen des solidarischen Miteinanders suchen. Seit Jahren organisieren wir uns als Mieter:innen selbst. Das bedeutet, wir schauen gemeinsam wer bei uns einziehen kann und möchte, reparieren mal was am Haus und kümmern uns um das was so anfällt. Diese gemeinschaftliche Praxis passt nicht zu den bestehenden Besitzverhältnissen.
Wir wollen, dass das Haus sich selbst gehört und wir darin als Mieter:innen in Selbstverwaltung mit dauerhaft bezahlbaren Mieten leben können. Das ist nicht nur unser persönliches Interesse, sondern wir wollen, dass Wohnraum für Menschen bezahlbar bleibt bzw. wird. Wir wollen zeigen, dass es möglich ist, auch mit wenig eigenem Geld, Häuser zu entprivatisieren und somit dauerhaft dem Immobilienmarkt zu entziehen.
Wir haben Ansprüche an uns und die Gesellschaft, die noch lange nicht erreicht sind. Darum tut es gut in einer Gemeinschaft zu leben, in der Menschen ähnliche Vorstellungen und Ziele teilen. Dazu gehört auch Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, LSBTIQ-Feindlichkeit und anderen menschenverachtenden Einstellungen entgegenzutreten. Es bedeutet aber auch sich dahingehend selbst zu reflektieren und voneinander zu lernen.
Wer wir sind
Seit Ende 2016, als unser Haus an einen neuen Eigentümer verkauft wurde, setzen wir uns mit Fragen der Organisation von gemeinsamem und selbstverwaltetem Wohnraum auseinander. Während dieser Überlegungen sind wir auf das Mietshäusersyndikat als die geeignete Struktur für unser Projekt gestoßen.
Wir sind Sozialarbeiter:innen, Politikwissenschaftler:innen, Unternehmer:innen, Selbstständige, Informations- und Kommunikationswissenschaftler:innen, ITler:innen, Handwerker:innen und Bartender:innen. Durch diese Bandbreite an Erfahrungen bringen wir viele unterschiedliche Kompetenzen mit, die wir gemeinsam für unser Projekt nutzen.
Dazu gehört auch unterschiedliche Bedürfnisse und Bedarfe von Menschen zu hören, Konflikte zu moderieren und Herausforderungen anzugehen. Dies hilft uns unser Miteinander gut zu gestalten und sorgt für ein gutes Verhältnis untereinander.
Neben individuellen Rückzugsmöglichkeiten und dem Wunsch nach Privatsphäre sind uns auch Gemeinschaftsräume sehr wichtig. Hier haben wir die Möglichkeit Ressourcen durch Teilen zu schonen und unser Leben in Gemeinschaft zu ermöglichen und zu festigen.
Das Haus
… hat Geschichte!
Unser Haus ist ein wunderschöner, denkmalgeschützter Altbau im Herzen Saarbrückens, der in die Jahre gekommen ist und der einiges an Renovierung benötigt. Dennoch oder gerade deshalb ist das Haus unheimlich gemütlich und hat Flair.
Seit etwa zwanzig Jahren leben hier schon Menschen in relativer Selbstverwaltung und freund:innschaftlichen Beziehungen zusammen. Viele jetzige und ehemalige Bewohner:innen teilen tausende schöner Erinnerungen.
Das Haus besteht aus einem vierstöckigen Vorderhaus und einem zweistöckigen Hinterhaus sowie einem Hinterhof. Insgesamt gibt es sechs Wohnungen. Also viel Platz für einerseits private Räume und andererseits gemeinschaftliche Räume.
Die Aussicht auf eine energetische Sanierung , eine Dachterasse und tolle Gemeinschaftsräume versüßt allen Beteiligten die Arbeit am Projekt.
Unsere Ziele
- die Selbstverwaltung im Haus zu erhalten und auszubauen.
- das Haus langfristig dem Immobilienmarkt und dadurch auch der Spekulation zu entziehen und die Selbstverwaltung der Mieter:innen zu erhalten und auszubauen
- die Mieten auf einem bezahlbaren Niveau zu halten
- das Haus unter Berücksichtigung ökologischer und nachhaltiger Aspekte zu sanieren
- Bewusstsein bei Nachbar:innen und allen anderen Stadtbewohner:innen schaffen, dass selbstorganisierter Wohnraum realisierbar, finanzierbar und erstrebenswert ist.


